Fabian Westerheide: Der Investor, der Europas KI laut denkt
Wie aus einer Konferenzreihe namens Rise of AI ein Sprachrohr für europäische KI-Souveränität wurde – und warum diese Stimme gerade jetzt gebraucht wird.

Lange bevor KI ein Wirtschaftsthema wurde, hat Fabian Westerheide darüber geschrieben, investiert und in Reden für ein deutsches und europäisches Verständnis dieser Technologie geworben. Dieses Portrait ist Teil unserer Journal-Serie über Menschen und Quellen, die KI im deutschsprachigen Raum verständlich, nutzbar und diskutierbar machen.
Inhalt
Wer in Deutschland über Künstliche Intelligenz spricht, kommt seit Jahren an einem Namen nicht vorbei: Fabian Westerheide. Er ist Investor, Unternehmer und seit langem Verfechter eines europäischen KI-Wegs – einer, der nicht zwischen Silicon Valley und Shenzhen aufgerieben werden möchte. Was ihn besonders macht, ist die Verbindung aus Kapitalblick, politischem Gespür und einer ungewöhnlichen Ausdauer im Erklären.
Vom Gründer zum AI-Investor
Westerheide hat selbst gegründet, bevor er anfing zu investieren – und beides bis heute parallel betrieben. Mit Asgard Capital, einem auf KI fokussierten Investmentvehikel, hat er früh in europäische KI-Startups investiert, als das Feld in Deutschland noch eher ein Forschungs- als ein Risikokapital-Thema war. Damit gehört er zu einer kleinen Gruppe deutscher Investoren, die schon in den frühen 2010er Jahren bewusst auf Künstliche Intelligenz als Anlageklasse gesetzt haben.
Rise of AI: eine Konferenz wird zur Plattform
Sichtbar wurde Westerheide für viele über die von ihm initiierte Konferenzreihe Rise of AI in Berlin. Was als überschaubares Branchentreffen begann, ist über die Jahre zu einem festen Ort für Investoren, Gründerinnen, Forschende und Politik geworden. Rise of AI war früh dort, wo heute Mainstream-Debatten geführt werden: Welche Anwendungen funktionieren? Wer baut die Modelle? Wer reguliert sie? Und wer verdient daran?
„Wer die Geschwindigkeit der KI nur bewundert, hat schon verloren."
Eine politische Stimme für europäische KI
In Vorträgen, Interviews und auf LinkedIn argumentiert Westerheide regelmäßig für eine eigenständige europäische KI-Strategie. Sein Vokabular ist dabei ungewöhnlich offen: Souveränität, Infrastruktur, Rechenleistung, Energie, Kapital. Das klingt nüchtern, ist aber ein Gegenmittel zur deutschen Neigung, KI vor allem als ethische Diskussion zu führen. Westerheide hält Regulierung nicht für falsch, aber er erinnert daran, dass eine Technologie ohne eigene Marktteilnehmer am Ende nur reguliert wird, statt gestaltet zu werden.
Warum sein Blick gerade jetzt zählt
Im Lärm zwischen Untergangserzählung und Goldgräberstimmung sortiert Westerheide das Feld entlang einfacher Fragen: Wer baut? Wer kauft? Wer verdient? Wer reguliert? Für Führungskräfte ist das hilfreich, weil es jenseits einzelner Tools eine Karte des Ökosystems zeichnet. Für Investoren liefert er Marktbeobachtung. Für die Politik formuliert er, was an Infrastruktur, Bildung und Kapital tatsächlich fehlt.
Gute Einstiege
Konferenz: Rise of AI (rise-of-ai.com) – jährliches Treffen in Berlin mit Aufzeichnungen vergangener Talks auf YouTube.
Profil & Aufsätze: Fabian Westerheide auf LinkedIn – regelmäßige Beiträge zu europäischer KI-Politik, Marktentwicklung und Investmenttrends.
Investmentvehikel: Asgard Capital (asgard.vc) – Überblick über Portfolio und Thesen.
Vorträge: zahlreiche Keynotes und Panel-Diskussionen auf YouTube, u. a. von der Rise of AI Conference und in deutschen Wirtschaftsmedien.
Was man von ihm mitnehmen kann
Führungskräfte gewinnen einen Marktkompass: KI wird nicht in einer Abteilung entschieden, sondern an der Schnittstelle von Kapital, Politik und Talent. Innovationsverantwortliche bekommen einen realistischeren Begriff von Geschwindigkeit – die nicht aus mehr Folien entsteht, sondern aus mehr Bauen. Und wer in Kommunikation arbeitet, lernt, dass es möglich ist, über KI zu sprechen, ohne sie zu beschwören.
Anschluss an Prismeo
Für Prismeo ist KI kein Selbstzweck. Interessant wird sie dort, wo sie Organisationen hilft, klarer zu entscheiden und gemeinsam zu bauen. Genau dafür braucht es Räume, in denen Strategie nicht zwischen zwei Calls zerrieben wird – sondern Platz hat, ehrlich zu Ende gedacht zu werden. Westerheide erinnert daran, dass dieser Platz auch im Wirtschaftsdiskurs gebraucht wird.
Weitere Porträts dieser Serie findest Du im Prismeo Journal.
Wenn aus einem Gedanken ein Format werden soll, zeigen wir Dir gern den passenden Raum.
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